Mantrailing - Spürnasen bei der Arbeit

Mantrailing ist für viele Hunde eine besonders faszinierende Aufgabe, denn dabei setzen sie ihre feinen Geruchssinne gezielt ein, während sie gleichzeitig Entscheidungen treffen und ihre Umwelt aktiv wahrnehmen. Dabei folgt der Hund der individuellen Spur einer bestimmten Person, wodurch eine komplexe, aber gleichzeitig sehr natürliche Form der Beschäftigung entsteht.

Während der Hund arbeitet, nutzt er nicht nur seine Nase, sondern gleichzeitig seine Konzentration, seine Erfahrung und seine Fähigkeit zur Problemlösung, wodurch Mantrailing zu einer Tätigkeit wird, die sowohl mental fordert als auch emotional regulierend wirken kann.

Was beim Mantrailing im Hund passiert

Während ein Hund einer Spur folgt, laufen gleichzeitig mehrere Prozesse im Körper ab, denn Gerüche werden wahrgenommen, bewertet und verarbeitet, während gleichzeitig Entscheidungen getroffen werden müssen. Dadurch entsteht ein dynamischer Ablauf, bei dem der Hund ständig zwischen Wahrnehmung und Handlung wechselt.

Der Hund nimmt kleinste Geruchspartikel wahr, während er diese mit seiner bisherigen Erfahrung verknüpft, sodass er entscheiden kann, in welche Richtung die Spur weiterführt. Gleichzeitig spielen äußere Einflüsse wie Wind, Untergrund oder Umgebung eine Rolle, wodurch sich die Spur ständig verändert und angepasst werden muss.

Dadurch wird sichtbar, dass Mantrailing nicht nur ein „Suchen“ ist, sondern ein komplexer Prozess, bei dem Denken, Wahrnehmen und Entscheiden eng miteinander verbunden sind.

Warum Mantrailing so anspruchsvoll ist

Obwohl Mantrailing eine natürliche Fähigkeit des Hundes nutzt, bedeutet das nicht, dass der Hund automatisch strukturiert oder ruhig arbeitet. Vielmehr ist es so, dass jeder Hund unterschiedlich an die Aufgabe herangeht, während gleichzeitig seine Erfahrungen, seine emotionale Verfassung und seine Umwelt eine große Rolle spielen.

Während einige Hunde ruhig und konzentriert arbeiten, reagieren andere schneller auf äußere Reize, wodurch sie leichter aus dem Fokus geraten können. Gleichzeitig kann es vorkommen, dass Hunde unsicher werden oder Entscheidungen hinterfragen, wodurch der Ablauf ins Stocken gerät.

Genau deshalb ist es wichtig, Mantrailing nicht nur als Beschäftigung zu sehen, sondern als Aufgabe, die Verständnis, Struktur und Begleitung erfordert. Damit kann diese langfristig stabil aufgebaut werden.

Rettungshunde durchlaufen eine Ausbildung im Mantrailing

Wenn man beruflich oder ehrenamtlich im Bereich des Mantrailings arbeiten möchte, gehört dazu natürlich eine sehr gute und langwierige Ausbildung, obwohl die Hunde eine genetisch gute Ausgangslage mitbringen. Das Trailen ist nicht einzig eine Beschäftigung für den Hund, es ist für das Mensch-Hund-Team auch oftmals sehr anstrengend.

Es ist für Rettungshunde oder Polizeihunde ein anspruchsvoller Job, der nur von gut trainierten Hunden zusammen mit ihren Hundeführern und Hundeführerinnen vollzogen werden kann. Der/Die Hundeführer/-in braucht eine Ausbildung, um den Hund nicht zu beeinflussen oder aus dem Konzept zu bringen. Bevor es in reale Einsätze geht muss nach einer erfolgreichen Ausbildung eine sich dann in regelmäßigen Abständen wiederholende Prüfung abgelegt werden. Verschiedene Hilfsorganisationen bilden zum Teil Rettungshunde im Bereich des Mantrailens aus. Rettungshundeführer/-innen und Rettungshunde durchlaufen eine Ausbildung, die in der Regel mindestens zwei bis drei Jahre dauert und drei bis viermal wöchentliches Training beinhaltet. Trainer/innen von Hundeschulen bieten oftmals Mantrailing für alle Hunderassen zur Beschäftigung an. Professionelle Hunde trainieren sich im Bereich der Personensuche schon früh, am besten bereits im Welpenalter auf spielerische Art und Weise.

Mantrailing zur Auslastung

Spezielle Mantrailing-Kurse werden immer häufiger angeboten und sind eine gute Beschäftigung für Hundehalter/-innen und ihre vierbeinigen Freunde. Die Hunde lernen in kleinen Schritten einer feinen Geruchsspur zu folgen, sogar in Städten und in großen Gebäuden, wo viele andere Gerüche hinzukommen können.

Der Hund nimmt die Spur auf, indem er ein Kleidungsstück oder etwas anderes von dem zu suchenden Menschen vor die Nase gehalten bekommt. Der Hund nimmt den Geruch der Person auf und verfolgt die Geruchsspur. Vermisste Personen können so aufgespürt werden. Die Riechleistung von Hunden muss selbst nicht trainiert werden, trainiert werden muss der Einsatz der Nase und das Ziel der Arbeit. Der Hund muss lernen unter verschiedenen Witterungsverhältnissen und in verschiedenen Umgebungen zu arbeiten Es gibt hierzu oft Trainings in Kleingruppen mit bis zu 5 Mensch-Hunde-Teams. Hunde gehen gern auf die Suche und lieben solche Arten von Hundebeschäftigungen. Wenn Hund und Mensch sich bei der Suche gut ergänzen und harmonisch zusammenarbeiten, schweißt die gemeinsame Arbeit das Team zusammen und auch die Hundehalter/-innen haben viel Spaß dabei.

Personensuche anhand von Duftspuren
Beim Mantrailen wird die körperliche und geistige Fitness von Vierbeinern und Menschen angesprochen. Das Trailen hat viele Facetten und ist eine sehr abwechslungsreiche Arbeit. Bei der klassischen Polizeiarbeit wird die individuelle Duftspur einer bestimmten Person von einem bekannten Verschwindepunkt aufgenommen. Ausgebildete Hunde können die Spur auch nach Tagen noch riechen, was schon sehr erstaunlich ist, da die Duftmoleküle ja nicht frisch in der Luft bleiben. Ein ausgebildeter Trailhund kann die Spur nach Tagen wieder aufnehmen und auch weite Strecken in der Personensuche zurücklegen. Der Polizeihund benötigt dafür nur zum Beispiel ein getragenes Kleidungsstück von der betreffenden Person oder ähnliches. Es ist sehr erstaunlich, wie sich Hunde auf eine Spur konzentrieren können. Der Duft, den Hunde wahrnehmen, ist der Individualgeruch einer Person. Trailer im Freizeitbereich können natürlich mit dem Vierbeiner auch Personen aus der Familie oder aus dem Freundeskreis suchen.
Wissenschaft und Mantrailing
Die Wissenschaft forscht noch immer daran wie Hunde einer Spur folgen. Ist es die DNA von Menschen oder Hautbakterien? Wirklich wissen wir es noch nicht. In der Polizeiarbeit werden auch bei älteren Spuren Hunde eingesetzt. Es wird immer wieder daran geforscht, wie lange eine Spur erhalten bleibt. Spürhunde können Geruchsspuren nach Monaten noch erkennen und die Spur wieder aufnehmen. In verschiedenen Forschungsprojekten sollen die Hintergründe der Spurensuche erforscht werden. Hierzu wurden verschiedene Versuchsreihen für die Hundeteams aufgebaut. Jeder Mensch hat ein einmaliges Geruchsbild für den jeweiligen Hund. Die Suche wird in den Projekten zum Beispiel dadurch erschwert, dass Menschen in Ganzkörperanzügen oder mit Atemgeräten gesucht werden sollen. Durch letzteres werden zum Beispiel Atempartikel nicht mehr in die Umgebung abgegeben.
Hundenasen sind wahre Spürnasen
Die Spürnasen unserer Hunde werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt, wie zum Beispiel bei der Jagd, in den Rettungshundestaffeln, bei Spuren- und Fährtensuchen und in Lawinengebieten. Da die Hundenasen viel feiner als die Nasen von Menschen sind, sind sie Menschen in Suchgebieten innerhalb und außerhalb von Gebäuden, in Dörfern wie in Städten, im Sommer wie im Winter weit voraus. In spielerischen Trainings erlernen Hunde bestimmte konditionierte Gerüche aufzunehmen und können Fährten aufnehmen und zielsicher verfolgen. Jäger nutzen diese Fähigkeit der Hunde schon sehr lange in der Jagd von Tieren. Ein Fährtenhund kann Gerüche herausarbeiten, ob, wo und in welche Richtung jemand zum Beispiel über einen Rasen gegangen ist. Dabei ist es wohl einerlei, ob es sich um ein Mensch, um ein Tier oder um einen Gegenstand handelt. Man kann natürlich auch spielerisch Fährten legen und den Hund regelmäßig loben und belohnen, wenn er die richtige Spur gefunden hat.
Trailen bei sämtlichen Witterungsbedingungen und Ausgangslagen
Selbst, wenn draußen alles gefroren ist, können trainierte Mantrailerhunde Spuren aufnehmen und erfolgreich ausarbeiten. Ihre außerordentliche Riechleistung beweist der Hund beim Mantrailing immer wieder.

In der Praxis kannst Du Dich zusammen mit Deinem Hund in der Arbeit üben. Mantrailen ist eine wunderbare Beschäftigung, die Du zusammen mit Deinem Vierbeiner erlernen kannst. 

Die Beziehung zwischen Dir und Deinem Hund wird gefestigt, weil Ihr eng im Team zusammenarbeitet. Das Trailen ist als Hundebeschäftigung sehr beliebt und auch für Hunde jeglichen Alters geeignet. Für sämtliche Kurse benötigen Hundehalter/-innen ein Hundegeschirr und eine Leine von ca. fünf bis sieben Metern. Die Hunde verfolgen die Spur nur angeleint. Nach jedem Trail bekommt das Tier eine tolle Belohnung. Diese muss ebenfalls mitgebracht werden. Vor jedem Training erhältst du alle notwendigen Informationen.

Quellen:
15.08.2022: Mantrailing – https://de.wikipedia.org/wiki/Mantrailing
15.08.2022: Mantrailing – https://www.findyourman.de/mantrailing/
15.08.2022: Mantrailing – https://www.mantrailing-company.de/mantrailing-seminare/event/125-seminare/409-startup-kurs-fuer-einsteiger-koeln1-0318.html
15.08.2022: Mantrailing – https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.oberndorf-a-n-jeder-mensch-hinterlasst-eine-duftspur.7a1cc8a6-3aff-4ab3-aa07-3b95acd8a6f1.html
15.08.2022: Mantrailing – https://idw-online.de/en/news580075
15.08.2022: Mantrailing – https://www.wuff.eu/wp/vom-suchen-und-finden-wunderwerk-hundenase/

25.03.2025 – Es wird keine Verantwortung hinsichtlich Korrektheit und Vollständigkeit übernommen werden.  Alle Angaben und genannten Hinweise sind Empfehlungen und müssen individuell geprüft werden.

©4LuckyPaws Sabrina Schmuttermair

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